Mit seiner imponierenden Kordillere, trockenen Wüste und 4300 km langen Küste beheimatet Chile ein einmaliges und faszinierendes Ökosystem, welches den Lebensraum für eine Vielzahl endemischer Arten darstellt. Hier nun ein zusammenfassender Rundgang durch seine Pflanzen- und Tierwelt.
Die „blühende Wüste" ist ein in Chile einzigartiges Phänomen. Zu erleben, wie bunte, wildwachsende Blumen inmitten der Atacama-Wüste, einer der trockensten der Welt, erblühen, ist schlicht und einfach überwältigend. Es geschieht in seltenen Frühlingen, zwischen September und November, wenn der klimatische Effekt der Meeres-Strömung „El Niño" die Regenfälle im Allgemeinen ab der Stadt Vallenar, sowie der Umgebung von Copiapóund südlich bis in die Nähe von La Serena und Coquimbo zunehmen läßt.
Der Rest der nördlichen Landzonen bietet Kakteen-Arten, Tamarugo-Bäume (Prosopis tamarugo) und im Nationalpark Lauca, im Hochland der Anden, befinden sich die nur in großen Höhen wachsenden Llareta-Pflanzen (Azorella compacta) gemeinsam mit den zur Familie der Kameliden gehörenden Llamas (Llama glama), den Vicuñas (Vicugna vicugna) und den Guanacos (Lama guanicoe), sowie delikaten Flamingo-Arten und den straußenähnlichen Nandus (Rhea pennata). Im Salzsee „Salar de Atacama " und seiner näheren Umgebung können Sie zudem diverse Flamingo-Arten und weitere Anden-Vögel aus der Nähe betrachten. Die in Chile endemische Honigpalme (Jubaea chilensis) kann im Nationalpark La Campana, in der Nähe von Valparaíso vorgefunden werden.
Die Andenkordillere beherbergt den nur selten anzutreffenden Puma (Felis concolor) und Kondore (Vultur gryphus), welche beim Überschweben der Gipfel ein bezauberndes Schauspiel bieten. Sie sind zudem in verschiedenen Nationalparks des Südens und in Patagonia anzutreffen. Das scheue Pudu (Pudu pudu), ein Spießhirsch, der als der kleinste Hirsch der Welt gilt, versteckt sich in den dichten Wäldern Patagoniens genauso wie der Huemul-Hirsch (Hippocamelus bisulcus), das Wappentier des Landes.
Der Süden umfasst einen der größten gemäßigten Regenwälder der Welt, wobei Sie in den Nationalparks Conguillío, Villarrica, Huerquehue und Alerce Andino Baumbestände der lokal als Alerce bezeichnetetn Patagonischen Zypresse (Fitzroya cupressoides), die ein Alter von 4000 Jahren erreichen kann, sowie elegante Araukarien (Araucaria araucana) vorfinden. In Patagonien können Sie die bekannte Chilenische Flusszeder (Pilgerodendron uviferum) und die Nalca (Gunnera tinctoria), eine essbare, rhabarberähnliche Pflanze mit deren Blättern man den für Chiloé typischen „Curanto" kocht, vorfinden.
Entlang der chilenischen Küste kann man an Orten wie dem Naturschutzgebiet „Reserva Nacional Pingüino de Humboldt" große Kolonien von Mähnenrobben (Otaria flavescens) und Pinguine; an der Küste von Concepción die auch als Nutria bezeichnete Biberratte (Myocastor coypus); und im Nördlichen sowie Südlichen Patagonien den Flaschennasendelfin (Tursiops truncatus), den Commerson-Delfin (Cephalorhynchus commersonii) wie auch Wale beobachten.
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