Dieses lange und schmale Land beheimatet eine beachtliche Zahl und Vielfalt an Vögeln. Sie leben im Anden-Hochland, in Patagonien, in den Wäldern, Küsten und Gipfeln der Anden und Sie finden sie über ganz Chile verteilt. Es herrschen ideale Bedingungen für die Freunde der Vogelbeobachtung, dem „Birdwatching", einer im Wachsen begriffenen und Anhänger aus aller Welt nach Chile führenden Aktivität. Die 133 Wildnisgebiete, welche von Codeff, dem Nationalen Komitee zum Schutz von Flora und Fauna (Comité Nacional Pro Defensa de la Flora y Fauna), geschützt werden, und die 19% der gesamten Landesfläche ausmachen, ermöglichen Begegnungen in unmittelbarer Nähe mit den scheuesten Arten.
Sie in ihrem natürlichen Lebesraum zu beobachten, kann zum einzigartigen Erlebnis werden. Im nördlichen Hochland der Anden erblicken Sie bei Ausflügen nach Putre, Parinacota und dem Chungará-See die schwarzköpfige Andenmöwe (Chroicocephalus serranus), den Andensäbelschnäbler (Recurvirostra andina), Blesshühner (Fulica atra), das Riesenblesshuhn (Fulica gigantea), sowie zahlreiche Kolonien des chilenischen Flamingos (Phoenicopterus chilensis), welche die Landschaften mit Farbe füllen und sich an den Salzseen und traumhaften Lagunen verteilen. Beeindruckende Flamingo-Reviere sind der nahe San Pedro de Atacama gelegene Atacama-Salzsee und der sich im Andenhochland von Arica befindene Chungará-See.
Ein weiterer nicht zu versäumender „Beobachtungsgegenstand" sind die Humboldt-Pinguine (Spheniscus humboldti) und die Magellan-Pinguine (Spheniscus magellanicus), zwei vom Aussterben bedrohte Arten, welche im Naturschutzgebiet „Reserva Nacional Pingüino de Humboldt" in der Coquimbo-Region, wie auch an den Küsten der Großen Insel des Chiloé-Archipels und in der Nähe von Punta Arenas angetroffen werden können.
Aber der Hauptdarsteller unter den chilenischen Vogelarten ist der legendäre Kondor der Anden (Vultur gryphus). Ihn zu bewundern, während er über den Bergen seine Kreise zieht, ist vor allem im von der UNESCO zum Welt-Reservat der Biosphäre ernannten Nationalpark Torres del Paine, in der Umgebung des San Rafael-Gletschers oder im Nationalpark Alerce Andino überwältigend. Inmitten der wunderschönen Landschaft Patagoniens können Sie mehr als 120 Vogelarten vorfinden, zu denen auch die straußähnlichen Nandus (Rhea pennata) zählen.
In den Wäldern der Nationalparks von Villarrica, Huerquehue, Conguillío, Vicente Pérez Rosales, Puyehue, oder des Naturschutzgebietes Reserva Nacional Huilo Huilo, können Sie im Laubwerk eine Vielzahl an Vogelarten, wie etwa Spechte, sowie den geheimnisumwobenen Rotkehl-Tapaculo (Scelorchilus rubecula), der sich nicht häufig sehen läßt, obwohl die von ihm verursachten hämmernden Geräusche ganz in der Nähe erklingen, entdecken.
Auch auf Chiloé können Sie der Vogelbeobachtung nachgehen, und im äußersten Süden, mitten in der Magellan-Straße, befindet sich die Insel Navarino, wo Sie den ethnobotanischen Park Omora besichtigen sollten. Die emblematischste Vogelart des Ortes ist der Magellan-Specht (Campephilus magellanicus), welcher mit seinem charakteristischen Hämmern auf trockenem Holz, Sie hin und wieder aufschrecken läßt.
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